Heute schon gecarvt???

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Die Antwort darauf sollte ein eindeutiges "Ja" sein, denn Carving ist für alle da. Phrasen über Phrasen?

Nun, vor zwei Jahren berichteten wir bereits schon einmal über "Carving - Der neue Spaß beim Skifahren". Warum wir dieses Jahr wieder darüber berichten lässt sich leicht durch die ra-santen Weiterentwicklungen im Bereich des Skibaus und der Skitechnik erklären. Die zu-nehmende Vielfalt der angebotenen Ski und deren unterschiedlicher Anwendungsbereich stellen den Skifahrer vor die Qual der Wahl.

Carving

 

Skivielfalt ohne Grenzen

Welcher Ski ist für wen der richtige und was kann ich damit machen? Pauschal kann diese Frage nicht beantwortet werden. Lassen Sie uns daher zunächst einmal auf die verschiedenen angebotenen Skitypen eingehen. Jede Skifirma hat da so ihre eigenen Bezeichnungen, so dass es nahezu unmöglich erscheint, sie alle aufzuführen. Jedoch können sie im wesentlichen in die unten angegebenen Kategorien eingeordnet werden. Neben vielen Detailverbesserungen in den einzelnen Skiklassen hat sich eine besonders interessante Entwicklung bei den Slalomski bereits zur Wintersaison 2000 angekündigt. Die SL-Ski sind seitdem erstmals extrem tailliert und werden nun deutlich kürzer gefahren. Der Unterschied zu den Funcarvern ist nur noch marginal, jedoch zeichnen sich die SL-Ski durch eine höhere Steifigkeit, eine höhere Laufruhe und eine außerordentliche Bissigkeit aus.

Die Skiindustrie hält einen jedoch mit vielen weiteren Neuerungen auf Trab. Man möchte meinen, dass der Skisport immer mehr zur Trendsportart avanciert. Hervorzuheben wären hier insbesondere die sogenannten Crosscarver und die sehr kurzen Funski, die ihren Ursprung im Big Foot haben dürften. Die Crosscarver zeichnen sich in der Regel durch eine insgesamt etwas größere Skibreite und eine etwas weichere Biegelinie aus. Vorzugsweise sind diese Ski für den Einsatz im Tiefschnee und abseits der Piste ausgelegt. Eine generelle Aussage ist aufgrund der stark unterschiedlichen Ski allerdings nicht möglich. Dies gilt auch für die Shorties, Big Foot, Snowblades und dergleichen. Ihre stark voneinander abweichenden Eigenschaften bieten vielfältige Anwendungsmöglichkeiten. Am besten leiht man sich solche Ski einmal aus und testet ausgiebig. Spaß machen diese Ski auf jeden Fall und lernen kann man damit immer etwas.

Carving als Gesundheitsrisiko?

Von vielen Kritikern wurde zunächst vermutet, die Carvingtechnik bringe ein höheres Gesundheits- und Verletzungsrisiko gegenüber der herkömmlichen Skitechnik. Nun, mittlerweile liegen wissenschaftliche Ergebnisse vor, die dieses Vorurteil wiederlegen. Ganzheitlich betrachtet verringert sich danach sogar das Verletzungsrisiko. Allerdings tritt eine Verschiebung der Verletzungsarten auf. Auf Einzelheiten soll hier aber nicht näher eingegangen werden.

Was das allgemeine Gesundheitsrisiko angeht, so lässt sich feststellen, dass die Carvingtechnik schonender mit dem Körper umgeht als die herkömmliche Skitechnik. Die Wirbelsäule wie auch der ganze Köper wird bei der neuen Skitechnik nicht mehr so stark verdreht und verwunden wie früher. Dies schont insbesondere Bänder und Gelenke und vermindert die Gefahr von Bänderverletzungen. Einzig die höhere muskuläre Anspannung bei der Carvingtechnik und eine dadurch bedingte höhere Belastung der Bänder ist zu verzeichnen. Allerdings tritt diese Belastung in einer natürlichen Kraftrichtung auf, wodurch die Beanspruchung in Bezug auf das Verletzungsrisiko an Bedeutung verliert.

Sicherheit und Spass als Komplettpaket

Apropos Verletzungsrisiko, das Verletzungsrisiko kann durch eine optimal aufeinander abgestimmte und gepflegte Ausrüstung deutlich vermindert werden. Zudem erhöht eine optimal aufeinander abgestimmte Ausrüstung die Freude am Skifahren ungemein. Dies betrifft nicht nur die Ausrüstung selbst, sondern auch den Skisportler, denn das Skipaket sollte auch auf diesen optimal abgestimmt sein. Oftmals sind auf der Skipiste Wintersportler anzutreffen, die mit uraltem oder nicht gepflegtem Equipment oder auch mit für sie ungeeignetem Material ihrem Sport nachgehen wollen.

Mit dem optimalen Komplettpaket ist hier im wesentlichen der Ski inkl. Bindung und Skischuh zu sehen. Insbesondere die Skischuh und die Bindung werden oft vernachlässigt, sieht man ihnen doch den Verschleiß oder die Überalterung oft nur schwer an. Kommt es alterungsbedingt jedoch zu einer Fehlauslösung der Bindung oder ist optimale Halt im Skischuh nicht mehr gegeben können schwere Stürze und Verletzungen die Folge sein.

Zu vielen Diskussionen haben auch die mittlerweile vielfach angebotenen Standerhöhungen geführt. Oft sind Standerhöhungen bereits im Skipaket enthalten. Vorteile solcher Standerhöhungen sind insbesondere eine geringere Beeinflussung der Skibiegelinie, ein höherer möglicher Aufkantwinkel als auch eine höhere Laufruhe der Ski. Dem eher sportlich orientierten Skifahrer ist daher eine Standerhöhung ans Herz zu legen. Grundsätzlich wurde auch hier festgestellt, dass moderate Standerhöhungen das Verletzungsrisiko nicht erhöhen. Allerdings sollten Standerhöhungen nicht zu hoch ausfallen, Sie sollten daher nicht übertreiben!

Wie immer gilt: Lassen Sie sich beim Kauf ausgiebig beraten und/oder testen Sie erst einmal verschiedene Modelle.

Carving in Davos

Um allen Mitgliedern die Gelegenheit zu geben, die "neue Dimension des Skifahrens" zu erleben, veranstaltet die SGN während der Osterfahrt nach Davos wieder Carving-Tage. Material kann vor Ort zu stark vergünstigten Preisen ausgeliehen werden - das SGN-Lehrteam und die Skischule Davos zeigen dann, wie es gemacht wird. Einzelheiten werden durch die Hausleiter vor Ort bekannt gegeben.

Markus Krüger

Skityp

Anwendungsbereich

Zielgruppe

Allroundcarver

Ein eher etwas weicherer Ski mit moderater bis starker Taillierung und etwas größerer Skilänge.

Komfortabler Carvingski mit den besten Allroundeigenschaften unter allen Skitypen. Schon mit geringerem Kraftaufwand lässt sich dieser Ski in fast jedem Terrain einsetzen.

Ein gutmütiger und kraftsparender Ski für den Genussskifahrer, der einen Ski für jeden Zweck sucht.

Racecarver / Riesenslalomski

Der Racecarver hat eine ausgeprägte Taillierung. Der RS ist meist länger als der Racecarver, dafür aber auch etwas schwächer tailliert und dadurch bei hohem Tempo laufruhiger.

Beides Ski, die sportlich gefahren werden wollen. Sie sind eher für mittlere bis hohe Geschwindigkeiten und sauber geschnittene Schwünge mittlerer bis weiter Radien auslegt. Gegenüber dem RS-Ski zeigt der Racecarver bessere Allroundeigenschaften.

Eine Herausforderung für den sportlich aktiven Fahrer. Körperlicher Einsatz wird von diesen Skitypen belohnt.

Slalomcarver

Kurzer, harter und sehr torsionssteifer Ski mit starker Taillierung.

In der Kürze liegt die Würze. Das heißt kurze, bissige Schwünge auf der Kante auch bei höheren Geschwindigkeiten. Vorzugsweise auf der Piste einzusetzen.

Ideal für den sportlichen und spritzigen Fahrer. Eine gute Skitechnik und Bewegungsgefühl ist hier von Vorteil.

Funcarver

Kurzer Ski mit extremer Taillierung. In der Regel etwas weicher als ein Slalomcarver.

Dieser Ski ermöglicht Carving in vielen Variationen. Sowohl extremes in die Kurve legen und genießen als auch einfach nur geringes Aufkanten und schonendes von Schwung zu Schwung gleiten ist möglich. Aufgrund seiner Kürze eignet er sich jedoch vornehmlich für die Piste.

Vom Anfänger bis zum Könner bietet dieser Ski für jeden genug Potential. Er ist sogar für den Carvingeinstieg von Senioren gut geeignet.

Crosscarver

In der Regel haben diese Ski eine größere Skibreite. Je nach Modell sehr verschiedene Taillierungen und Längen.

Durch die höhere Skibreite sehr gut abseits der Piste und insbesondere im Tiefschnee zu fahren. Jedoch ergeben sich aufgrund der Produktvielfalt von Modell zu Modell sehr unterschiedliche Anwendungsgebiete.

Aufgrund der speziellen Eigenschaften für den Fahrer geeignet, der genau diese speziellen Eigenschaften sucht. Bessere Allroundeigenschaften bieten die oben genannten Ski.

Shorties, Snowblades, Big foot und Co.

Spaßgeräte, die ein ganz besonderes Fahrgefühl vermitteln. Auch für Schulungszwecke geeignet.

Wer hat noch nicht, wer will noch mal? Ausprobieren, fast jeder dieser Ski ist eine Erfahrung wert.

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